Fertig fotografiert und jetzt?

 

Was machst du eigentlich nach dem Fotografieren mit deinen Fotos? Du legst die Speicherkarte in den Schrank und schaust dir die Bilder in 15 Jahren mal wieder an.

Ach nein, das waren die Fotoalben von meiner Kindheit.

 

Wie die meisten Fotografen, knall ich sie auf meinen Rechner. Das macht jeder anders. Etwas anders. Das Grundprinzip ist aber immer dasselbe:

Vom Datenträger auf eine Festplatte im oder am Computer. Der größte Unterschied liegt im Programm das die Leute verwenden. Zwei davon will ich dir heute vorstellen und grob zeigen. Ich werde hier kein detailliertes Tutorial posten. Dazu gibt es bald mal ein paar Videotutorials. Die verlinke ich dann nachträglich irgendwo weiter unten.    

 

 

Also, heute geht es um Adobe Photoshop Lightroom Classic CC und Adobe Bridge. Beide sind sehr beliebt und man findet tausende Anleitung im WWW.  Damit dieser Text nicht zu trocken wird, kannst du gerne auf die Bilder klicken, die werden dann meistens größer.

Ich werde auch nicht jedes Mal den ganzen Namen schreiben, sondern mit Lr und Bridge abkürzen. Photoshop selbst ignorieren wir für diesen Artikel mal.

 

Generell sind beide Programme für das gleiche zuständig. Jedoch kann mal das eine oder das andere irgendetwas besser. Aber dazu kommen wird, wenn es soweit ist.

 

Lightroom hat, wenn es erstmal offen ist, bereits alles Notwendige enthalten, um Fotos zu importieren, bearbeiten und ausgeben. Bei der Bridge ist das anders. Hier muss man mit dem Adobe Camera RAW Converter (ACR) arbeiten um Fotos zu verändern. Bridge mit ACR beinhaltet in Kombination etwa das gleiche wir Lightroom. Zumindest für die meisten Fotografen und Bildbearbeiter. Ein paar Sachen sind doch anders. 

 

Als Einstieg mal der Unterschied, wo sich die Meinungen spalten.

Das Konzept der Datenverwaltung. In der Bridge finden wir die gleiche Ordnerstruktur wie auf unserem Rechner wieder, egal ob Mac oder Windows. (Leider läuft das ganze Photoshop Zeug auf Linux nicht.)

So wie auf dem Bild links, sieht auch mein Ordnerbaum auf dem Mac aus.

Wenn ich hier eine Datei lösche, ist sie auf dem Computer auch weg. Wenn ich sie verschiebe, dann liegt sie wirklich dort, wo ich sie hingetan habe.    

 

In Lr funktioniert das etwas anders. Hier gibt es ein Katalogsystem, indem alle Infos zu Dateien (Bearbeitungsschritte, Bewertungen, …) und Ordner gespeichert werden, sofern diese vorher importiert wurden. Das hört sich jetzt schlimmer an, als es ist.    

Ich erklär‘s euch kurz mal. Du kannst dir beim Import aussuchen, was du alles in Lr reinnehmen willst. Sieh dir das Bild links an und vergleich es mit dem der Bridge von vorhin. Das ist derselbe Computer. Vorteil von dieser Methode ist, dass ich nicht alles im Programm sehen muss und alles etwas geordneter aussieht. Informationen zu Position und Inhalt der Dateien werden in einem Lightroom Katalog gespeichert, den Ihr euch beim ersten Start anlegen müsst. Ihr könnt gerne auch mehrere davon abwechselnd benutzen. Löscht Ihr etwas, Könnt steht zur Auswahl, ob dies auf der Festplatte passieren soll, oder ob das nur im Katalog geschieht. Verschiebt Ihr einen Ordner in eurem Betriebssystem, wir Lightroom beim nächsten Start fragen wo dieser ist.    

 

 

Lightroom setzt sich aus mehreren Modulen (siehe Bild oberhalb) zusammen: die beiden wichtigeren sind für mich die Bibliothek, in der wir alles verwalten, und Entwickeln, hier wird bearbeitet. Du kannst nahtlos einfach hin und her schalten. Es gibt noch weitere Module, aber die sind gerade nicht interessant für diesen Post.

Wie oben schon erwähnt dient die Bridge zur Verwaltung und ACR ist der Entwickler, also das Bearbeitungsprogramm. Wenn letzteres offen ist, musst du es schließen, um in der Bridge zu arbeiten. 

  

Adobe Lightroom Classic CC

Adobe Bridge CC


 

In den Verwaltungsbereichen beider Programme gibt es ziemlich die gleichen Fenster oder zumindest ähnliche, wie in den beiden Screenshots zu sehen ist. Wie eine Bildvorschau, Ordnerübersicht, Sammlungen, Stichwortverzeichnis, Sortierungsfilter, Metadaten, Favoriten, Navigator. In der Bridge könnt Ihr euch den Aufbau selbst einstellen und speichern, was in Lr nicht geht.

Bei beiden könnt Ihr Dateien sortieren, filtern, umbenennen, kopieren, Stichwörter eingeben, mit Sternen bewerten, mit Farben markieren und noch vieles mehr. Zu diesem Zeitpunkt macht die Programmwahl noch keinen Unterschied. Und zu genau will ich auf die vielen Möglichkeiten heute gar nicht eingehen.

 

Lightroom Import

Bridge Import


Jetzt denkt sich der ein oder andere vielleicht, dass der Importvorgang anders ist.

Nicht wirklich. Beide haben ein ähnliches Importfenster. Du kannst in beiden eigene automatisierte Namen vergeben, Zielordner zuteilen, Metadaten automatisch eintragen, RAWs als DNG speichern und so weiter. Bei Lr gibt es noch die Möglichkeit Presets einzusetzen und auch die interne Festplatte als Quelle anzugeben. Letzteres ist jedoch bei der Bridge nicht nötig, da du sowieso Zugriff auf jeden Ordner der angeschlossenen Laufwerke hast und dadurch alles einfach kopieren kannst. Sonst ist eigentlich alles gleich. Vorschau erstellen ist in der Bridge auch nicht nötig, da dies sowieso automatisch beim Indizieren geschieht. So wie beim Betriebssystem.   

 

Lightroom Entwickeln-Modul

Adobe CameraRaw Converter


 

Widmen wir uns mal kurz dem RAW-Entwickler der beiden Applikationen (ja, das ist die Langform von "Apps").

Grundsätzlich können wir mit beiden Bilder manipulieren. Die Oberfläche sieht halt anders aus. Bei Lightroom befinden sich die Werkzeuge (Bereichsreparatur, Filter, Korrekturpinsel, Freisteller usw.)  rechts oben und darunter dann die Bearbeitungsreiter (Grundeinstellungen, Gradationskurve, …). In CameraRAW sind die Werkzeuge oben links angeordnet und die Reiter rechts. Dieser Unterschied ist aber nur Gewöhnungssache. Die Vorgaben, also Presets und Schnappschüsse, sind hier etwas versteckt, aber vorhanden. Siehe nächste Bilder.

 

ACR Werkzeugleiste

Lr Werkzeuge und Einstellungsreiter

ACR Einstellungsreiter


 

Was haben wir noch? In ACR fehlt leider das von mir geliebte Protokoll und die Sammlungen. Aber sonst ist alles da.

 

Jetzt kommen wir mal zu ein paar Punkten, die für den Einsatzbereich, Bearbeitungsaufwand und Workflow interessant sind. Die Verbindung zu Photoshop und anderen Adobe Apps. Ja, ich weiß. Ich habe vorhin gesagt, dass wir Ps hier vergessen. Aber das ist jetzt wirklich wichtig.    

 

Hier ein paar Screenshots der Menüs:

 

Ich arbeite hauptsächlich mit Photoshop. Meine Fotos werden im RAW Konvertierer nur grob korrigiert, auf die Kamera und das Objektiv ausgelegt und dann gleich mal in Ps geschubst.

Lightroom sieht zwar sehr schick aus, es fehlen mir jedoch ein paar Punkte in den Menüs, die mir die Bridge gibt. Zumindest habe ich sie noch nicht gefunden - nach 2 Jahren intensiver Nutzung.

Sachen wie der Überprüfungsmodus, Direktschnittstelle zum Bildprozessor (Tutorial auf YouTube) und andere Verbindungen zu Ps. (Die Stapelumbenennung habe ich jetzt gerade entdeckt.) Einen Link zum Illustrator gibt es auch nicht. Das wird jetzt nicht jeder brauchen, ich aber schon. Dafür kann Lightroom selbst HDRs und Panoramas erstellen, wofür die Bridge auf Photoshop umsteigen muss.

Dafür vermisse ich beim ACR den zweiten Bildschirm Modus. Der ist praktisch, wenn ich bei einem Bild in Pixelebene arbeite und gleichzeitig das ganze Ding sehen will. 

  

Jaja, ich weiß. Jammern auf hohem Niveau. Was ist nochmal der Unterschied zwischen Audi und Mercedes? Genau, die kleinen Dinge machen‘s aus. Der eine kann das, der andere das.    

 

Welches der beiden Programme besser ist, kann ich euch nicht sagen. Das muss jeder für sich entscheiden. Meine bevorzugte Wahl, dürfte klar sein. Für mich überwiegen die Vorteile der Bridge. Das muss für dich aber nicht zutreffen.

Beide haben ihre Berechtigung zu existieren. Lightroom ist schneller, wenn es darum geht, viele Fotos gleichzeitig zu bearbeiten, also Stapelverarbeitung. Bridge mit CameraRAW ist möglicherweise besser, wenn man wenig Bilder hat und dafür viel mit Ps macht.

Mein Rat an dich ist beide eine Weile zu testen und dann das richtige für den richtigen Zweck zu nutzen.

Eine Hochzeit oder Konzert bearbeite ich mit Lr, da hier viele Fotos durchgenommen werden. Bridge eher für photoshoplastige Einzelbilder.    

 

Wenn du, wie ich öfters einzelne Fotos aus einem Lightroom-Projekt in der Bridge öffnest, kannst du in Lr die XMP-Dateien aktivieren. Hier werden alle Infos wie Bearbeitungsschritte, Bewertungen, Stichwörter gespeichert. Diese werden dann von der Bridge übernommen.

In Bridge werden diese Dateien standardmäßig zu jedem Bild, das irgendwie verändert wurde, angelegt und werden als „blinder Passagier“ behandelt. Also mit kopiert, gelöscht, verschoben und umbenannt.

Andersrum kann man in der Bridge auch ein Katalogsystem einschalten. Das nennt sich hier aber CameraRAW Datenbank.    

 

 

Jetzt erzähl mal womit Du deine RAWs verwaltest und bearbeitest? Benutzt du etwas anderes? Schreib‘s mir in die Kommentare und wie immer freue ich mich über eine Nachricht von euch.

 

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Bis nächste Woche.

Tschüss Tschau

Oliver    

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