Warum ein Grafiktablett meine Arbeitsweise verändert hat

 

Ich bin Bildbearbeiter und arbeite an meinem Computer. Welcher ist für diesen Artikel nicht wichtig und wird bestimmt ein anderes Mal abgedeckt.

Als Arbeitsmittel benutze ich natürlich eine Tastatur und eine Maus. An meinem Laptop und Netbook auch das Touchpad.

Für die meisten Programme und Tätigkeiten sind diese Geräte hervorragend geeignet. Manchmal reicht das jedoch nicht.

 

Ich retuschiere, verschönere oder verschlimmbessere meine Bilder seit Jahren in verschiedenen Bildbearbeitungsprogrammen. Jedoch nicht jedes dieser Programme benötigt die selbe Arbeitsweise. In Darktable, Lightroom und Camera RAW (diese sind eigentlich RAW-Entwickler) schiebe ich hauptsächlich Regler hin und her oder klicke mich durch die Menüs. In Gimp oder Photoshop „male“ ich meistens. Natürlich klicke ich auch im Programm herum.


Den Umgang mit der Maus oder dem Touchpad muss ich ja nicht erklären, das sollte jeder kennen, der es bis hierhin geschafft hat.

Aber Grafiktabletts kennt nicht jeder, oder hat so etwas schon mal probiert.

Normalerweise bestehen diese aus einer Zeichenplatte und einem Stift. Man schreibt oder malt damit eben auf der Zeichenplatte wie mit einem Kugelschreiber, Bleistift, Pinsel oder sonst was.    

Fotos: Amazon


Mit Malen in Photoshop meine ich zum Beispiel eine Maske mit dem Pinselwerkzeug verändern, eine Auswahl mit den Auswahlwerkzeugen anpassen oder einfach nur in einem Bild eben malen. Es ist mit der Maus oft schwer Linien in einer flüssigen Bewegung zu erzeugen. Da fehlt mir oft das nötige Feingefühl.

Mit einem Grafiktablett ist das beinahe so als würde man auf einem Blatt Papier zeichnen. In diesem Video erklärt euch Benjamin Jaworskyi wie so ein Grafikttablett funktioniert. 

 

Mit so einem Teil kann ich auch richtigen Text schreiben. In meiner normalen Schrift. Siehe mein Logo.

Wer von euch kann seinen Namen mit einer Maus schreiben? Abgesehen davon, dass es ungewohnt ist, sieht der Schriftzug nie richtig aus.    

Ich habe mir eines von Wacom zugelegt das Intuos Pro small und komme damit sehr gut zurecht. Aber den passenden Hersteller muss aber jeder für sich selbst finden. 

Neben den verschiedenen Herstellern gibt es auch noch unterschiedliche Tablettarten. Meines ist mit Touch und ohne Display. Einige unterstützen Fingerberührung auch nicht. Und wer gerne direkt auf dem Bild arbeitet, kann sich eines mit eingebautem Monitor, Computer usw. (wie das Wacom Cintiq) besorgen. 

Der Umstieg auf das Tablett war auch gar nicht so schwer. Die ersten paar Minuten war es für mich sehr schwierig, da ich das Prinzip dahinter nicht verstanden.

Die Funktionsweise ähnelt nicht annähernd dem des Touchpads, was ich irgendwie vermutet hatte. Sondern eher der einer Maus und dann doch wieder nicht.

Aber wie das genau funktioniert, probiert ihr am besten selbst.

 

Aber zurück zum Thema.

Nach wenigen Tagen des Lernens habe ich mich dann auch daran gewohnt und für die nächsten paar Monate meine Maus weggeräumt, um nicht in Versuchung zu geraten. Durch die Möglichkeit der stiftartigen Linienführung konnte ich nun bei der Retusche in Photoshop schneller und genauer arbeiten. Es war, als würde ich direkt aufs Bild malen. Richtungen wechseln und Kurven zeichnen war viel einfacher, ich konnte nun auch mit mehr oder weniger Druckkraft oder verschiedenen Neigungswinkel arbeiten, was oft sehr hilfreich sein kann.

 

Fotos: Wacom


Ich muss aber auch sagen, dass viele Programme, wie Office-Anwendungen, davon nicht profitieren. Bei Klickprogrammen bin ich mit der Maus doch besser bedient. Einzelne Punkte erwische ich damit leichter, als mit dem Stift.

Darum habe ich auch beides auf meinem Tisch liegen. Von links nach rechts findet ihr auf meinem Schreibtisch irgendwelches Zeug, Ziffernblock, Tastatur, Grafiktablett und Maus.

Arbeite ich mit dem Stift, wechsle ich jedoch nicht jedes Mal zur Maus, wenn ich einzelne Klicks machen will. Das mach ich dann schon mit dem Tablett.

 

 

Für Touchpad-Benutzer ist vielleicht auch folgendes interessant: viele Grafiktabletts kann man auch als Touchpad benutzen. Das mache ich gerne parallel zum Stift für Fingergesten wie Zoomen, Scrollen, Drehen und Blättern.

 

 

 

 

Ein weiteres Feature sind die belegbaren Tasten an der Zeichenplatte. Diese auf den eigenen Workflow eingestellt, beschleunigen oft das Arbeiten. Allerdings benutz ich diese Funktion kaum.

 

Und falls wer nicht mit den mitgelieferten Stiften zurechtkommt, kann sich bei einigen Herstellern auch andere, vielleicht ergonomischere, Stifte kaufen. Ich habe mir den eher dünneren, im Bild oben, besorgt. Das gibt mir noch mehr Stiftfeeling.

 

Mit verschiedenen Spitzen könnt ihr euch auch unterschiedliche Schreibmittel „simulieren“.    

Da ich mein Grafiktablett jetzt doch schon einige Jahre in Verwendung habe, musste ich meine Spitzen schon oft auswechseln. Wie Autoreifen nutzen sich diese ab. Sind aber einfach zu ersetzen. Auch die Platte ist nicht mehr so matt wie am Anfang. Das finde ich jetzt nicht störend. Sieht nur nicht mehr so schön aus. (Foto rechts: Amazon)

 

Kurz gesagt: Durch die bessere Linienführung mit einem Stift bin ich sicherer und schneller bei Bewegungsabläufen mit dem Curser. Das hilft mir sehr bei langen Bearbeitungen. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen in Photoshop ohne mein Stift-Tablet zu arbeiten, auch wenn ich die Maus damit nicht komplett ersetzen kann.

 

Wie seht ihr das? Was benutz ihr? Welche Erfahrungen habt ihr mit eurem Grafiktablett gemacht? Berichtet darüber unten in den Kommentaren.

 

Danke fürs reinschauen. Bis bald

Oliver    

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