Ich geh dann mal baden

  

„Deine Kamera ist aber schon sehr schmutzig.“ – „Moment, das haben wir gleich.“ Platsch!

 

Letztens war ich an einem kleinen See in der Nähe. Es war ein schöner sonniger warmer Frühlingstag und ich wollte mich etwas in Filmen üben. Du weißt schon, Kamera ruhig halten, Drehbewegungen am Stativ und solche Sachen. Natürlich habe ich auch ein paar Fotos gemacht.

Rausgekommen sind klarerweise ein Haufen Videos, die ich nicht wirklich brauchen kann… noch nicht. Aber darum geht es heute nicht.

 

 

Irgendwann hatte ich dann keine Lust mehr, das Licht wurde für mein Vorhaben schlechter und ich habe mich entschlossen, nach Hause zu fahren. Also packte ich meine Sachen und ging Richtung Parkplatz. Ich habe mir noch ein Eis gegönnt und mich an einen Tisch zum See gesetzt. Und als ich so da saß, fiel mir der Sonnenuntergang oder besser gesagt das Licht an der Wasseroberfläche auf. Das musste ich noch einfangen.

 

Also schnell das Eis eliminiert - wie immer Vanille und Stracciatella - Zeug ausgepackt und alles am Ufer aufgebaut. Bildausschnitt ausgesucht, Kamera eingestellt und abgedrückt.

Es sind ein paar nette Fotos rausgekommen, nichts aufregendes aber trotzdem schön.

 

 

Nach ein paar Minuten und gefühlten 1.000 Fotos wurde es aber dann doch zu finster und ich machte mich auf den Weg.

 

Nicht ganz…

Ich räumte mal das Kleinzeug wie Fernauslöser, ND-Filter, Polfilter weg, als sich im Augenwinkel etwas schwarzes bewegte. Ich drehte mich schnell um und sah meine Kamera fallen. Irgendwie hat sich der Verschluss der Schnellwechselplatte am Stativ gelöst und der Fotoapparat fiel zu Boden. Damit noch nicht genug, er rollte den Hang hinunter. Das Ganze passierte in Zeitlupe. Wie im Film.

Ich bin sofort aufgesprungen, so schnell habe ich mich noch nie bewegt, und hinterher gehechtet. Die Kamera rollte immer noch. Fiel noch auf den Schotter am Wasserrand und purzelte in den See. Ich stolperte zuerst über das Stativ und hüpfte ins seichte Wasser. Dabei blieb ich natürlich mit meinem rechten Schuh hängen und riss mir die Schuhsohle teilweise runter. Mit beiden Füßen im See fischte ich meine Nikon aus der nassen Hölle.    

 

 

Ich nahm gleich das Objektiv ab, alle Speicherkarten Raus und entfernte auch den Akku. Mit Taschentüchern und Servietten versuchte ich sofort alles abzutrocknen was ging.

Die Speicherkarten und der Akku waren trocken geblieben. Das bedeutet, dass hier kein Wasser eingedrungen war. Beim Objektiv sah das anders aus. Dieses war voll mit Wasser, wie ein kleines Aquarium. Zum Glück habe ich die Kamera mit der Linse nach unten gehalten. So lief das Wasser nicht zurück zum Sensor.

Meine D500 hat auf den ersten Blick innen nichts abbekommen, nur zwei Tropfen am inneren Rand des Objektivanschlusses und die anderen Öffnungen, wie Kartenschlitze, Mikrostecker waren nicht nass. Diese Kamera ist laut Hersteller wasserresistent oder zumindest wetterfest. Hält also Regen stand.

Ich bin dann nach ersten Trockenwischen gleich nach Hause gefahren um mir das ganze bei Licht anzusehen. Ja, das Objektiv ist hinter der ersten Linse total nass und am Anschluss staubtrocken. Letzteres hat mich etwas verwundert, aber ich werde mich deswegen nicht beschweren. Die Kamera war zu diesem Zeitpunkt nur noch ein bisschen nass.  

 

 

Ich habe dann gleich mal meinen Freund Google gefragt, was zu tun ist.

  • Alle Karten, Batterien, Objektive und Kabel entfernen
  • Oberflächlich abtrocknen
  • Zum verdunsten hinstellen
  • Das Gerät auf keinen Fall einschalten. Auch nicht kurz zum Nachschauen!
  • Ein paar Tage trocknen lassen.    

Soweit habe ich alles richtig gemacht. Zum Feuchtigkeit entziehen habe ich noch diese Silica-Päckchen, die in jedem Koffer, jeder Tasche und bei Elektrogeräten dabei sind, dazu gelegt. Reis wäre auch gegangen, aber den habe ich ein paar Tage vorher gegessen.

 

 

Danach habe ich auch gleich meiner Versicherung geschrieben, wie es jetzt weiter geht. Da warte ich immer noch auf eine Antwort. Was mich gerade noch nicht stört.

Sobald ich mir sicher bin, dass alles trocken ist, werde ich die Ausrüstung zum Fotohändler bringen und checken lassen. Das Objektiv muss bestimmt zerlegt und gereinigt, wenn nicht sogar repariert werden. Da sieht sogar ein Blinder, dass hinter dem ersten Glas alles verschmutzt ist und überall Wasserflecken sind.

Bei der Cam habe ich vielleicht Glück und es ist nichts passiert. Und eine Sensor- und Spiegelreinigung war sowieso längst überfällig.

 

 

 

 

Im Internet steht, dass man etwa eine Woche warten und die Kamera erst dann einschalten sollte. Das Wasser macht Elektrogeräten nicht allzu viel aus, solange kein Strom durchläuft. Kurzschlüsse verursachen hier den eigentlichen Schaden. Wasser verdunstet ja und Wasserflecken stören nicht und Sensor, Spiegel und Prisma kann reinigen. Meine Cam war zum Zeitpunkt des Absturzes ausgeschaltet und die Batterie ist nicht nass geworden. Hoffentlich passt da alles.

 

Eis hat noch nie etwas Gutes getan. Es macht dick, die Titanic ist durch Eis untergegangen, Eisbären treiben auf offener See herum, Menschen erfrieren und Diabetiker gehen daran auch zugrunde. Also Finger weg von Eis. Das Leben eurer Kamera und Schuhe könnte davon abhängen. Ich geh jetzt mal meine Schuhsohle ankleben.

 

Sobald ich weiß, was los ist, werde ich hier ein Update reinstellen. Vielleicht mach ich auch ein kurzes Video dazu. Mal schauen.

 

Ist deine Kamera auch schon mal baden gegangen? Was für Tipps hast du für mich? Schreibs mir in die Kommentare.

 

Auf jeden Fall bis bald und schaut auch mal bei Facebook und YouTube rein.

 

Tschüss Tschau

Oliver    

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